Mit ‘politik’ getaggte Beiträge

Das Tier entscheidet

Veröffentlicht: 20. August 2013 in Uncategorized
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Das Tier entscheidet

Neuer Kandidat und neuer Slogan bei der SPD-Wahlkampagne: „Das Tier entscheidet.“

Ich würde sagen, damit ist die K-Frage wieder offen!

Wenn im Zusammenhang mit islamistisch motivierten Anschlägen Islamismus und Islam in einen Topf geworfen werden, sind die Mahner nicht weit, die vehement einfordern, das doch bitte differenziert zu betrachten. Und das völlig zu Recht!

Wenn jedoch in Norwegen ein offenbar fundamental-christlicher und rechtsradikaler Attentäter auftaucht, sind es vielfach die selben Leute, die nun völlig selbstverständlich konstatieren, dass dies ja nur die Spitze des Eisbergs sei, den sie zielsicher als „das konservative Spektrum“ identifizieren.

„Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.“ (Francis Picabia)

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Die bizarre deutsche Debatte über den Google-Dienst „Street View“ offenbart einmal mehr die im Ausland staunend zur Kenntnis genommene „German Angst“ vor technischen Innovationen. Politikern jeder Couleur und Verbraucherschützern ist kein Argument zu einfältig, um „Street View“ zu verteufeln. Unter Ausklammerung der Vorteile des Dienstes werden genüsslich Horrorszenarien ausgebreitet. Die Rede ist von totaler Überwachung, von Stasi-Methoden und von Räuberbanden, die mit „Street View“ lohnende Objekte ausspähen und ihre Raubzüge planen. Deutschland könnte sich mit seiner ritualisierten Ablehnung technischer Neuerungen mittelfristig selbst ins Abseits stellen.

 

Der Blick von außen ist oft sehr hilf- und aufschlussreich, wirksam gegen Betriebsblindheit und Zirkelschlüsse. So wie auch dieser Kommentar der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ), der wenig schmeichelhaft, aber in weiten Teilen gut nachvollziehbar, aktuelle deutsche Befindlichkeiten und Probleme (echte wie eingebildete) skizziert.

Auszüge:

Mediale Hyperventilation ist Dauerzustand. Nähme man nur die Medien des Mainstreams zum Massstab, man müsste zum Schluss kommen, wir befänden uns in einem apokalyptischen Strudel. Kommt eine Krise, raunt man ahnungsvoll vom «Ende des Kapitalismus». Streitet man in der Koalition, kann der Sturz der Regierung nicht mehr weit sein. Aus jedem gesellschaftspolitischen Diskurs wird ein Kulturkampf.

Der breite politische Konsens verführt dazu, heikle Fragen zu verdrängen und intellektuelle Tabuzonen zu schaffen. Thilo Sarrazin polemisiert gerne. Seine manchmal bedenkenswerten, manchmal wohlfeilen Zuspitzungen und die Art, in der er sich über Migranten äussert, haben etwas Schnoddriges, Junkerhaftes, das man als rassistisch interpretieren mag. Doch die «Debatte», die der Sozialdemokrat ausgelöst haben will, ist steril und oberflächlich geblieben. Nur ganz wenige Medien und Politiker haben sich mit seinen Thesen intensiv auseinandergesetzt. Die meisten beliessen es bei den bekannten rituellen Tänzen schneller Entrüstung und politischer Korrektheit. Das führt zwangsläufig zu intellektueller Verarmung.

Deutschland, so scheint es, ist mittlerweile so weit nach links gerückt, dass seriöse Debatten über die Nachhaltigkeit volkswirtschaftlicher Modelle nicht mehr zu führen sind. Die Nachdenklichkeit wird zur Besorgnis, wenn man hört, dass die Deutschen laut repräsentativen Umfragen ohnehin keinen gesteigerten Wert auf Demokratie legen, dass sie sich, wie eine Umfrage des traditionsreichen Emnid-Instituts belegt, in ihrer grossen Mehrheit durchaus vorstellen könnten, in einem sozialistischen Staat zu leben.

> Hier der komplette Artikel.

Google mobbt die SPD (nicht mehr)

Veröffentlicht: 2. Oktober 2009 in Uncategorized
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Klar: Man hat’s dieser Tage nicht leicht als Sozialdemokrat in Deutschland. Aber dass nun Google der SPD noch derart in den Rücken fällt, hätte ich nicht gedacht 😉

(via Oliver Lange)

 

[Update:] Inzwischen gibt es den „Verbesserungsvorschlag“ nicht mehr. Aufatmen bei der SPD…

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Die Sensationsmeldungen überschlagen sich nur so: „Die letzte CDU-Bastion fällt – Piratenpartei populärer als Kanzlerin“ , „Dresdner Bank: 44,6% der Mitarbeiter wählen die PIRATEN“, bei Stern online wird über den Einzug der Piratenpartei in den Bundestag fast nicht mehr spekuliert, sondern nur noch die Frage nach dem Zeitpunkt gestellt.

Ist das eine Gruppenpsychose online-fixierter Aktivisten? Übersteigertes Selbstbewusstsein einer Kleinstpartei mit guter Öffentlichkeitsarbeit (jedenfalls im Web)? Ein krasser Fall von selektiver Wahrnehmung? Fest steht: Außerhalb des Web, in der gesamt-öffentlichen Wahrnehmung sind die Piraten bestenfalls eine kuriose Randerscheinung. In seriösen Umfragen kommen sie bestenfalls auf 3%. Respektabel, aber auch das ist am kommenden Sonntag erst einmal zu realisieren. Eine gewaltige Lücke, die da klafft.

Anerkennenswert ist allemal, dass die Piratenpartei Menschen dazu bringt, sich politisch zu engagieren, die der Politik ansonsten den Rücken kehrten. Und sie sorgt für ein wenig frischen Wind in der politischen Landschaft. Die spannende Frage ist, ob dieser frische Wind eine Chance hat, die Bundestagswahl zu überdauern, oder ob schnell die Luft raus ist aus einer politischen Dotcom-Blase.

Vollbeschftigung