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Weißer Hai frisst Bus-Fahrgäste

Veröffentlicht: 11. Juli 2012 in Marketing
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Ist öffentlicher Nahverkehr wirklich sicher? Bei diesem Motiv des National Geographic Channel können schon Zeifel aufkommen …

Der neue Volkswagen-Spot, der jetzt zum Super Bowl 2012 geschaltet wird, erreicht vielleicht nicht ganz das Niveau seines legendären Vorgängers mit dem Mini-Darth-Vader. Ist aber dennoch wieder ziiiemlich gut!

Das Problem: Südkoreaner arbeiten viel und haben keine Zeit, im Supermarkt einkaufen zu gehen.

Die Chance: Sie sind innovationsfreudig und haben meist ein Smartphone dabei.

Die Idee: Tesco bildet in U-Bahn-Stationen und anderen Plätzen das Supermarkt-Sortiment ab. Kunden können von den mit QR-Codes versehenen Produktfotos direkt bestellen – abends wird das Ganze nach Hause geliefert.

Erfolg der Aktion: eine Steigerung der Onlineverkäufe um 130%. Hut ab für die innovative Idee und gelungene Umsetzung!

Wahrscheinlich würde er mir fehlen. Tut er aber nicht, denn er kommt zuverlässig wie das Amen in der Kirche mindestens einmal pro Woche: Der Anruf einer SEO-Agentur auf Kundensuche. Dieses Telefonat folgt zwangsläufig dem Standard-Gesprächsleitfaden für SEO-Akquisitionsgespräche, den der Verband verzweifelter Suchmaschinenoptimierer (VVS) auf seiner Website zum Download anbietet.

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Und das geht so:

„Guten Tag, mein Name ist Schnirpel von der Hastenichtgesehen GmbH. Ich habe gesehen, dass Sie bei Google AdWords Anzeigen schalten.“
„Ja, und?“
„Das kostet doch viel Geld! Ich habe da einen tollen Vorschlag für Sie: Wir bringen Sie bei den Suchergebnissen auf der linken Seite nach oben. Wenn Sie da zu finden sind, kommen ganz viele Kunden zu Ihnen, und die Klicks kosten Sie gar nichts!“
„Wow. Wahnsinn. Nennen Sie mir bitte Ihre Adresse. Ich schicke ihnen einen unterschriebenen Blanko-Auftrag. Leiten Sie sofort alle erforderlichen Maßnahmen in die Wege!“

 

 Gern werden diese Telefonate an die Schülerpraktikantin delegiert. Das sorgt für Vertrauen und Sympathie (die Agentur gibt dem Nachwuchs eine Chance!) und signalisiert dem Gesprächspartner höchste Wertschätzung. Bewährt hat es sich auch, tiefgehende Kenntnisse über das angerufene Unternehmen aus der intensiven Vorab-Recherche locker ins Gespräch einfließen zu lassen: „Bei unserer Analyse Ihrer Website haben wir festgestellt, dass Sie mit dem Suchbegriff ‚Nacktschnecken‘ wesentlich besser ranken könnten.“

 

Wie öde und leer wäre mein Arbeitsalltag ohne diese Gespräche. In diesem Sinne: Ich freue mich jetzt schon auf die nächste Woche!

 

 

 

[Bild: wrw  / pixelio.de]

Wunderbares 90-Sekunden-Remake des Hollywood-Klassikers „Der Exorzist“ von Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg:

Offenbar ist noch nicht klar, ob Dirt Devil den Spot auch wirklich in der Werbung einsetzt. Eigentlich keine Frage, oder?

Gefunden bei horizont.net.

 

Jahrzehntelang war es fester Bestand des deutschen Wirtschaftsrechts, nun ist es Geschichte: Das Kopplungsverbot. Der Bundesgerichtshof hat die deutsche Regelung, nach der die Kopplung von Gewinnspielen mit dem Absatz von Waren und Dienstleistungen wettbewerbswidrig ist, als nicht mit EU-Recht vereinbar mit sofortiger Wirkung gekippt (BGH, I ZR 4/06).

Das ist das Ergebnis eines Verfahrens der Wettbewerbszentrale gegen den Lebensmitteldiscounter Plus, der mit der „Millionenchance“ seine Kunden beim Einkaufen Bonuspunkte für das Lottospielen sammeln ließ.

Nun ist es grundsätzlich möglich, die Teilnahme an einem Gewinnspiel vom Kauf abhängig zu machen. Wettbewerbswidrig ist dies praktisch nur noch bei Irreführung der Verbraucher. Es tun sich also vielfältige neue Möglichkeiten für Unternehmen auf, und sicherlich wird man nicht lange auf erste Umsetzungen warten müssen.

Deutsche Marketer, die das Kopplungsverbot quasi mit der Muttermilch aufgesogen haben, müssen werden sich umstellen.

Zur rechtlichen Würdigung siehe auch diesen Beitrag von Rechtsanwalt Dr. Martin Bahr.

Mal wieder richtig gute Werbung von Volkswagen!

Veröffentlicht: 4. Februar 2011 in Marketing
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„The Force“

und „Black Beetle“