Archiv für September, 2010

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Pfiffige Idee, über die hier bei heise.de berichtet wird! Man braucht sich wohl keine Illusionen darüber zu machen, wie lange eine solche „Lösung“ Bestand haben wird, aber es ist allemal eine gelungene Aktion, um bürokratische Überregulierung und sinnentleerten politischen Aktionismus vorzuführen.

(via @elkefleing)

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Der Blick von außen ist oft sehr hilf- und aufschlussreich, wirksam gegen Betriebsblindheit und Zirkelschlüsse. So wie auch dieser Kommentar der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ), der wenig schmeichelhaft, aber in weiten Teilen gut nachvollziehbar, aktuelle deutsche Befindlichkeiten und Probleme (echte wie eingebildete) skizziert.

Auszüge:

Mediale Hyperventilation ist Dauerzustand. Nähme man nur die Medien des Mainstreams zum Massstab, man müsste zum Schluss kommen, wir befänden uns in einem apokalyptischen Strudel. Kommt eine Krise, raunt man ahnungsvoll vom «Ende des Kapitalismus». Streitet man in der Koalition, kann der Sturz der Regierung nicht mehr weit sein. Aus jedem gesellschaftspolitischen Diskurs wird ein Kulturkampf.

Der breite politische Konsens verführt dazu, heikle Fragen zu verdrängen und intellektuelle Tabuzonen zu schaffen. Thilo Sarrazin polemisiert gerne. Seine manchmal bedenkenswerten, manchmal wohlfeilen Zuspitzungen und die Art, in der er sich über Migranten äussert, haben etwas Schnoddriges, Junkerhaftes, das man als rassistisch interpretieren mag. Doch die «Debatte», die der Sozialdemokrat ausgelöst haben will, ist steril und oberflächlich geblieben. Nur ganz wenige Medien und Politiker haben sich mit seinen Thesen intensiv auseinandergesetzt. Die meisten beliessen es bei den bekannten rituellen Tänzen schneller Entrüstung und politischer Korrektheit. Das führt zwangsläufig zu intellektueller Verarmung.

Deutschland, so scheint es, ist mittlerweile so weit nach links gerückt, dass seriöse Debatten über die Nachhaltigkeit volkswirtschaftlicher Modelle nicht mehr zu führen sind. Die Nachdenklichkeit wird zur Besorgnis, wenn man hört, dass die Deutschen laut repräsentativen Umfragen ohnehin keinen gesteigerten Wert auf Demokratie legen, dass sie sich, wie eine Umfrage des traditionsreichen Emnid-Instituts belegt, in ihrer grossen Mehrheit durchaus vorstellen könnten, in einem sozialistischen Staat zu leben.

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