Bildung lohnt sich nicht? Fragwürdige Arbeitsmarktstudie des DGB.

Veröffentlicht: 14. Oktober 2009 in Uncategorized
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Es gibt viele Möglichkeiten, Statistiken zu manipulieren. Etwa durch geschickte Darstellung, durch die „passende“ Fragestellung oder durch gezieltes Filtern und Weglassen von Informationen. Letzteres scheint das Prinzip bei der aktuell verbreiteten Arbeitsmarktstudie des DGB zu sein. „Arbeitslosigkeit steigt bei Abiturienten überdurchschnittlich“ ist die Kernbotschaft der Studie, die mit einem überdurchschnittlich hohen prozentualen Anstieg der Arbeitslosigkeit in eben dieser Gruppe belegt wird.

Was in der Studie leider völlig fehlt, ist die absolute Zahlenbasis. Von welchem Niveau ausgehend findet dieser Anstieg denn statt? Das wäre in diesem Zusammenhang doch äußerst informativ gewesen. In der Tat sind doch nach wie vor die gering Qualifizierten in dramatisch höherem Maße von Arbeitslosigkeit bedroht und stehen gut Ausgebildete in dieser Hinsicht deutlich besser da. Fatal ist das (falsche) Signal, dass von dieser Studie ausgeht: Dass Bildung sich nicht lohnt!

Leider wurde die Studie mit dieser Botschaft nach der Verbreitung durch dpa unreflektiert von vielen Medien aufgegriffen (Zeit, Welt, Spiegel u.v.a). Inzwischen wird jedoch Widerspruch laut, so z. B. von Holger Schäfer vom Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW): „Man muss den Eindruck, dass Hochqualifizierte jetzt verstärkt arbeitslos werden, nicht nur relativieren; man muss ihn, glaube ich, auch ganz klar falsifizieren und widerlegen, denn das Gegenteil ist eigentlich richtig.“ Auch Ilona Mirtschin, Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit, relativiert die Ergebnisse der DGB-Studie. Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. empfiehlt, sich bei der Beurteilung der Fragen an den absoluten Zahlen zu orientieren. „Diese sind aussagekräftiger als die prozentualen Steigerungen der DGB-Studie, die von einem jeweils völlig unterschiedlichen Ausgangsniveau ausgehen.“

Bleibt die Frage: Was will der DGB mit dieser Studie eigentlich bezwecken?

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