Archiv für September, 2009

Studivz0917

Die Sensationsmeldungen überschlagen sich nur so: „Die letzte CDU-Bastion fällt – Piratenpartei populärer als Kanzlerin“ , „Dresdner Bank: 44,6% der Mitarbeiter wählen die PIRATEN“, bei Stern online wird über den Einzug der Piratenpartei in den Bundestag fast nicht mehr spekuliert, sondern nur noch die Frage nach dem Zeitpunkt gestellt.

Ist das eine Gruppenpsychose online-fixierter Aktivisten? Übersteigertes Selbstbewusstsein einer Kleinstpartei mit guter Öffentlichkeitsarbeit (jedenfalls im Web)? Ein krasser Fall von selektiver Wahrnehmung? Fest steht: Außerhalb des Web, in der gesamt-öffentlichen Wahrnehmung sind die Piraten bestenfalls eine kuriose Randerscheinung. In seriösen Umfragen kommen sie bestenfalls auf 3%. Respektabel, aber auch das ist am kommenden Sonntag erst einmal zu realisieren. Eine gewaltige Lücke, die da klafft.

Anerkennenswert ist allemal, dass die Piratenpartei Menschen dazu bringt, sich politisch zu engagieren, die der Politik ansonsten den Rücken kehrten. Und sie sorgt für ein wenig frischen Wind in der politischen Landschaft. Die spannende Frage ist, ob dieser frische Wind eine Chance hat, die Bundestagswahl zu überdauern, oder ob schnell die Luft raus ist aus einer politischen Dotcom-Blase.

Dailytalk

Alfred Sirleafs ‚Daily Talk‘ ist eine Zeitung mit der Auflage 1. Sie erreicht trotzdem jeden Tag Tausende von Menschen in Liberias Hauptstadt Monrovia. Denn ‚Daily Talk‘ besteht aus einer Schiefertafel an einer belebten Straße Monrovias, auf die Sirleaf jeden Tag die wichtigsten Nachrichten schreibt.

‚Daily Talk‘ ist damit so etwas wie ein analoger Blog und News-Aggregator, inklusive Kommentarfunktion (Briefkasten) und Werbebanner (Schilder am Rand).

Hier das Video dazu.

(via http://yuccatree.de)

From iStone to iPhone

Ein nennenswerter Fortschritt ist eigentlich nicht erkennbar 😉

Schon seit langem war der britische Physiker David McKay „genervt von unqualifiziertem Geschwätz rund um die Klimadebatte“ (Stern 38/09) das er sich von Laien wie von Fachleuten anhören musste. So fing er an zu rechnen: Wie viel Energie verbrauchen wir bei unseren Aktivitäten im Alltag wirklich? Welchen (quantifizierbaren) Effekt haben die gängigen propagierten Energiespartipps („Stöpseln Sie Ihr Handy-Ladegerät aus, wenn Sie es nicht benutzen“) wirklich? Welches Potenzial haben erneuerbare Energien?

Herausgekommen ist dabei das Buch „Sustainable Engery – without the hot air“, kostenlos als PDF (englischsprachige Originalfassung) verfügbar unter http://www.withouthotair.com/

Sustainable Energy - without the hot air

Ein erfrischender Beitrag dazu, die Klimadebatte von ideologischem Ballast zu befreien und auf eine sachliche Basis zu stellen. Dabei geht es McKay keineswegs darum, die Notwendigkeit von Verändungen in Frage zu stellen. Er möchte nur die heiße Luft herauslassen.

Für die Internet-Ausdrucker unter uns hat Urban Cartography sehr schön illustriert, wie umfangreich die Druckfassung des Internets wäre. Erst das 1,2 Milliarden Pfund schwere Buch nach Hause schleppen und dann 57.000 Jahre lang nonstop lesen. Vermutlich ist seit dem Speichern der Grafik auch noch der eine oder andere Monat hinzugekommen…

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Weitere Illustrationen bei Urban Cartography

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In zwei aktuellen Studien wurden Führungskräfte zu ihren Erfahrungen mit Social Media / Web 2.0 befragt. Einmal international, einmal in Deutschland. Im Vergleich der Kernaussagen beider Studien wird deutlich, dass das Bewusstsein für die Bedeutung von Social Media in Deutschland noch unterentwickelt ist.

McKinsey Global Survey on Web 2.0, 2009 (http://bit.ly/RjbZA)
“(…) Web 2.0 remains of high interest: 69 percent of respondents report that their companies have gained measurable business benefits, including more innovative products and services, more effective marketing, better access to knowledge, lower cost of doing business, and higher revenues.”

Social Media Company Monitor 2009 (http://bit.ly/3XKg7U)
„• 51 % der Unternehmen planen auch in Zukunft keinen Einsatz von Social Media.
• 75% der Unternehmen haben kein Blog, 12 % wissen nicht, was ein Blog ist.“

Sind wir dabei, (mal wieder) einen Trend zu verschlafen? Sind deutsche Entscheider zu langsam / zu ängstlich / zu unflexibel?

Passende Realsatire: http://www.trendopfer.de/wahrheit/2009/08/wenn-unternehmen-twittern/